Sechs Monate nach Kriegsbeginn: Deutschland muss dem Sudan mehr Aufmerksamkeit schenken


Jürgen Coße, Bundestagsabgeordneter und Berichterstatter der SPD-Fraktion im Auswärtigen Ausschuss für Ostafrika, fordert, dass der Krieg im Sudan mehr Beachtung finden muss.
Berlin. Vor sechs Monaten, am 15. April 2023, begann der Krieg im Sudan. „Ein Ende der Kämpfe ist nicht abzusehen und die Situation vor Ort verschlechtert sich. Dennoch steht der Sudan abseits öffentlicher und politischer Debatten. Das muss sich ändern, sagt der Bundestagsabgeordnete und Berichterstatter der SPD-Fraktion im Auswärtigen Ausschuss für Ostafrika, Jürgen Coße. Der Bundestagsabgeordnete ist der Meinung, dass Deutschland dem Sudan mehr Aufmerksamkeit schenken muss.
"Der Krieg im Sudan führt zu einer der größten humanitären Katastrophen weltweit."
Coße: „Der Krieg im Sudan führt zu einer der größten humanitären Katastrophen weltweit. Über 10.000 Menschen sind gestorben, mehr als 5 Millionen Sudanesinnen und Sudanesen sind auf der Flucht und erste Cholerafälle wurden verzeichnet. Die Gefahr eines unkontrollierbaren Seuchenausbruchs wächst.“
Konflikt nehme zunehmend ethnische Komponente an
Außerdem nehme der Konflikt eine zunehmend ethnische Komponente an; es drohen großflächige systematische Säuberungen. Geflüchtete würden von gezielten Vergewaltigungen und Tötungen berichten. Entdeckte Massengräber bestätigten die Erzählungen. „20 Jahre nach dem Genozid in Darfur dürfen wir nicht zulassen, dass derartige Verbrechen gegen die Menschlichkeit zumeist unbeachtet bleiben“, sagt Coße.
Regionaler Flächenbrand und de-facto Spaltung des Landes drohen
Auf politischer Ebene drohe derweil ein regionaler Flächenbrand. Zudem scheint eine de-facto Spaltung des Landes möglich. Beide Szenarien würden das Horn von Afrika weiter destabilisieren.
Besorgniserregende Zustände - Mehr Aufmerksamkeit nötig
In Anbetracht dieser besorgniserregenden Zustände sagt Coße: „Wenn wir wollen, dass sich die humanitäre und die politische Situation im und um den Sudan herum bessert, dann müssen wir dem Krieg im ersten Schritt mehr Aufmerksamkeit schenken.“














