Genehmigungsverfahren bei Schwertransporten zu kompliziert


SPD-Bundestagsabgeordneter Jürgen Coße besucht DERIX-Gruppe in Westerkappeln – Gespräch über Herausforderungen im Schwertransportbereich
Westerkappeln. Der SPD-Bundestagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Jürgen Coße, hat die DERIX-Gruppe in Westerkappeln besucht, um dort gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Transportbranche über die besonderen Herausforderungen in diesem Bereich zu sprechen. Die Diskussion machte Probleme bei Genehmigungsverfahren und der aktuellen Struktur des Schwertransportverkehrs deutlich. An dem Gespräch nahmen Markus Brößkamp von der DERIX-Gruppe, Klaus Laumeyer (Laumeyer Spezialtransporte), Helga Sommer (Sommer Gmbh &Co.KG), Andreas Goris (Straßen.NRW) und Heiner Hoffschröer (Wirtschaftsvereinigung für den Kreis Steinfurt) teil.
Hohe Verlässlichkeit und Termintreue beim Transport besonders wichtig
Brößkamp zeigte Zahlen über die DERIX-Gruppe, die mit ca. 300 Mitarbeitenden an sechs Standorten in Deutschland und den Niederlanden tätig ist. „Die Realisierung von großdimensionierten Bauvorhaben gehört zu unseren Hauptaufgaben. Unsere Bauelemente aus Holz können bis zu 60 Meter lang sein. Bei deren Just-in-time-Produktion und Lieferung auf die Baustelle ist eine hohe Verlässlichkeit und Termintreue beim Transport besonders wichtig.“
„Ein zentrales Problemfeld bei Schwertransporten ist die Dauer von Genehmigungsverfahren“, sagt Laumeyer. Aktuell würden die Verfahren zwischen zehn und zwölf Wochen dauern. „Weil das so kompliziert ist und lange dauert, kontaktieren wir, sobald ein Auftrag bei uns eingeht, den Transporteur, um einen Antrag auf einen Schwertransport zu stellen. Auch, wenn dieser noch gar nicht detailliert bekannt ist“, sagt Brößkamp. Er wies darauf hin, dass es nicht nur um Autobahntransporte gehe, sondern dass viele Transporte auch über Landstraßen und Kreisstraßen geführt werden müssen, weil das zulässige Gesamtgewicht für Autobahnbrücken bei den Bauteiltransporten überschritten werde. Hierdurch könne es zu einer Beteiligung von bis zu 40 Behörden kommen.
Firmen brauchen mehr Flexibilität bei der Genehmigung von Strecken
Die an dem Gespräch beteiligten Transportunternehmen vermissten vor allem eine Flexibilität bei der Genehmigung von Strecken. „Uns wird zum Beispiel keine Ersatzstrecke aufgezeigt. Und wenn eine beantragte Strecke abgelehnt wird, müssen wir einen komplett neuen Antrag stellen“, sagt Laumeyer. Aus diesem Grund hat die Firma Sommer bereits eine eigene Software entwickelt, die Straßenveränderungen wie beispielsweise Baustellen mehrmals täglich abruft, wie Sommer berichtet.
Coße: "Wichtig für die Firmen sind Wettbewerbsfähigkeit und Verlässlichkeit"
„Wichtig für die Firmen sind Wettbewerbsfähigkeit und Verlässlichkeit, dafür brauchen wir einen Bürokratieabbau, effizientere und zentralisierte Genehmigungsverfahren. Unseren Unternehmen ist nicht geholfen, wenn sie Aufträge verlieren, weil Genehmigungsverfahren zu kompliziert sind und zu lange dauern“, sagt Coße.













