Diskussion unter der Erdkugel in Ibbenbüren: Für die Wirtschaft oder Umwelt?


Bundestagsabgeordneter Jürgen Coße spricht mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 8 vom Goethe-Gymnasium über Energiewende und Atomausstieg
Ibbenbüren. „Im Vergleich zur Größe der Erde, die hier sechs Meter groß über uns hängt, wären wir Menschen nur so groß wie ein Zwanzigstel Senfkorn oder eine Mini-Ameise“, erklärt der Ibbenbürener Schulseelsorger und Mit-Initiator der „Gaia“-Ausstellung in der Ludwigkirche, Christoph Moormann. Mit ihm sitzt der Bundestagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, Jürgen Coße (SPD), auf dem Podium. Sie sprechen im Rahmen der „Gaia“-Ausstellung mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 8 des Goethe-Gymnasiums über die Energiewende und den Atomausstieg.
Coße: Man darf Wirtschaft und Umwelt nicht gegeneinander ausspielen
Dabei kam zum Beispiel die Frage an den Politiker auf, ob er sich für die Wirtschaft oder die Umwelt einsetze. Coße: „Man darf beides nicht gegeneinander ausspielen. Das Reaktorunglück in Tschernobyl hat uns gezeigt, wie gefährlich Atomenergie ist. Außerdem lassen sich aus Uran auch Atombomben herstellen und das Wiederhochfahren von Atomenergie würde enorm viel Geld kosten. Es ist eine hoch gefährliche Technologie, auch für diejenigen, die das Uran abbauen, teilweise in Kinderarbeit. Zudem ist auch dieser Stoff endlich, weshalb wir keine Kosten scheuen dürfen, auf Erneuerbare umzustellen.“ Das seien wir unserem Planeten Erde und unseren Kindern und Enkelkindern schuldig.
Die Sonne stellt keine Rechnung - Energiewende weiter fortführen
Dass die Sonne keine Rechnung stelle, habe bereits Franz Alt vor über 30 Jahren in seinem Buch geschrieben und darin vor der globalen Erderwärmung gewarnt. Mit den Schülerinnen und Schülern diskutierte Coße außerdem darüber, warum die Bundesregierung die Energiewende eingeleitet habe und weshalb es, trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen so wichtig ist, sie weiter fortzuführen. Coße: „Es gibt keine Alternative zu den erneuerbaren Energien. Natürlich ist uns bewusst, dass die deutsche Wirtschaft wettbewerbsfähig bleiben muss und die Energiepreise nicht zu stark steigen dürfen. Dafür brauchen wir sicherlich die Übergangstechnologie des Erdgases. Trotzdem müssen wir als Politik, die Forschung und Unternehmen unsere Karten auf die Erneuerbaren setzen.“
40. Jahrestag des Reaktorunglücks von Tschernobyl
In der „Gaia“-Ausstellung über die „Mutter Erde“ wurde unter anderem an den 40. Jahrestag des Reaktorunglücks von Tschernobyl erinnert. Insgesamt haben sich über 20.600 Menschen aller Altersschichten die große Erdinstallation in der Kirche besichtigt. Begleitet wurde die Ausstellung von einem großen Rahmenprogramm, Schulaufführungen, Lesungen und einer Ausstellung.














