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„Landwirte wollen mehr fürs Tierwohl tun“ – Kennzeichnung möglichst einfach und unbürokratisch

Die SPD im Kreis Steinfurt und der örtliche Bundestagsabgeordnete Jürgen Coße (l., SPD) hatten den Tierschutzbeauftragten der SPD-Bundestagsfraktion, Jens Behrens, nach Rheine ins TaT eingeladen, um mit ihm über das geplante Tierhaltungskennzeichnungsgesetz zu diskutieren. Foto: Büro Coße/Norbert Gaßner
Die SPD im Kreis Steinfurt und der örtliche Bundestagsabgeordnete Jürgen Coße (l., SPD) hatten den Tierschutzbeauftragten der SPD-Bundestagsfraktion, Jens Behrens, nach Rheine ins TaT eingeladen, um mit ihm über das geplante Tierhaltungskennzeichnungsgesetz zu diskutieren. Foto: Büro Coße/Norbert Gaßner
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07. Juli 2026
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Informationsveranstaltung mit Tierschutzbeauftragtem der SPD-Bundestagsfraktion Jens Behrens und Abgeordnetem Jürgen Coße

Rheine. „Die Landwirte wollen mehr fürs Tierwohl tun. Immer mehr Höfe stellen auf die Haltungsform Frischluftstall (3) oder Auslauf/Weide (4) um, aber dafür braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen, eine Finanzierungsmöglichkeit für den Stallumbau und eine möglichst einfache und unbürokratische Kennzeichnung auf den Verpackungen“, sagt der Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion Jens Behrens. Die SPD im Kreis Steinfurt und der örtliche Bundestagsabgeordnete Jürgen Coße (SPD) hatten Behrens nach Rheine ins TaT eingeladen, um mit ihm über das geplante Tierhaltungskennzeichnungsgesetz zu diskutieren.

Verbraucherinnen und Verbraucher sollen einfach erkennen, wie die Tiere gehalten wurden

„Das Gesetz hat, wie so häufig, einen langen und komplizierten Namen, aber es soll dafür sorgen, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher einfach erkennen, wie die Tiere, aus denen die Wurst oder das Fleisch hergestellt wurden, gehalten wurden“, sagt Behrens. Die Herausforderung umfasse zwei Aspekte. Zum einen müsse die zukünftig verpflichtende Kennzeichnung mit dem bereits bestehenden freiwilligen Label der Initiative Tierwohl (ITW) kompatibel sein, was auch geplant sei. „Zum anderen muss das Geld, wenn die Verbraucherinnen und Verbraucher bereit sind, mehr Geld für mehr Tierschutz auszugeben, auch bei den Erzeugern, also den Landwirten, ankommen“, sagt Behrens.

Unbürokratische verpflichtende Kennzeichnung der Tierhaltung

In Bezug auf die geplante Einführung der verpflichtenden Kennzeichnung der Tierhaltung verwies Behrens darauf, dass sie möglichst einfach und unbürokratisch umgesetzt werden solle. „Auf den Verpackungen im Supermarkt ist das noch relativ einfach umzusetzen, schwieriger wird es dann in Restaurants, Großküchen und des Systemgastronomie. Deshalb gibt es für diese Bereiche deutlich niedrigschwelligere Vorgaben als für den Handel“, sagt Behrens.

In Deutschland sie das Fleisch so günstig wie schon lange nicht mehr

In Deutschland sei das Fleisch laut Behrens so günstig, wie schon lange nicht mehr, wenn man sich beispielsweise die Preise im Nachbarland Niederlande anschaue. „Wir haben in den 1950-er Jahren angefangen, die Fleischerzeuger zu subventionieren, damit sich jeder Fleisch leisten kann. Der Ansatz war sehr sozial gedacht, allerdings sind wir dadurch nun in der Situation, dass die Landwirte wenig Geld pro Tier bekommen und die Haltungsbedingungen sich so entwickelt haben, dass sie möglichst viele Schweine oder Tiere verkaufen müssen, um davon leben zu können. Das müssen wir wieder ändern und für die Verbraucherinnen und Verbraucher muss das Fleisch wieder mehr Wert bekommen, wenn sich parallel dazu die Haltung verbessert“, sagt Behrens.

Rolle des Groß- und Lebensmitteleinzelhandels

Der Groß- und Lebensmitteleinzelhandel spiele dabei ebenfalls eine große Rolle. Ein Teilnehmer und Landwirt wandte ein, dass die Landwirte meist nur einen einzigen Vermarkter haben könnten und unter dem Druck eines Massenmarktes stünden. Durch die Konzentration auf wenige Supermarkt- und Discountketten hätten die Landwirte oft wenig Spielraum bei der Preisgestaltung für ihre Tiere.

Bundespolitik arbeite an einfacherer Genehmigung von Stallumbauten 

Coße ergänzte, dass die Bundespolitik aktuell daran arbeite, Baugenehmigungen für den Umbau von Ställen zur Offenstallhaltung zu vereinfachen und dafür Ausnahmetatbestände zu ermöglichen, wenn es sich um Landschaftsschutzgebiete handele. „Wir müssen Tierschutz- und Umweltpolitik mit den Landwirten machen, und nicht dagegen. Das Ansehen der Landwirte hat in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen, aber mittlerweile wendet sich das Blatt wieder und die Menschen wollen Tierprodukte aus einer guten Tierhaltung kaufen“, sagt Coße. Dafür müsse die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen.

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